Prävention
Wie Sie Ihr Kind unterstützen und wo Sie Beratung finden
Gegen Mobbing und Gewalt vorbeugen: So können Sie Ihr Kind stärken
Mobbing kann jeden treffen, Gewalt auch. Als Eltern können Sie Ihr Kind stärken, indem Sie ihm Selbstvertrauen und soziale Kompetenzen mitgeben sowie einen respektvollen Umgang vorleben.
Die folgenden zehn Tipps stärken Ihr Kind:
1. Zuhören und ernst nehmen
Hören Sie Ihrem Kind zu und nehmen Sie seine Sorgen und Probleme ernst. Auch wenn es sich in den Augen von Erwachsenen vielleicht um eine Kleinigkeit handelt, belastet es Ihr Kind dennoch und ist in diesem Moment ein „Weltuntergangsproblem“. So vermitteln Sie Ihrem Kind auch, dass es sich immer und mit jedem Problem vertrauensvoll an Sie wenden kann.
2. Im Gespräch bleiben
Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch und nehmen Sie sich Zeit, um über den Tagesablauf, die Schule etc. zu sprechen und fragen Sie nach dem Alltag. Eine gute Gelegenheit dazu sind zum Beispiel gemeinsame Abendessen – ohne Handy.
3. Gefühle akzeptieren
Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Gefühle wichtig sind, indem Sie selbst Gefühle zeigen und über Ihre Gefühle sprechen. Ihr Kind lernt dadurch seine eigenen Gefühle besser kennen und dass Gefühle wichtig sind.
Leben Sie dem Kind vor, wie man mit Gefühlen wie Wut, Eifersucht, Ärger und Trauer umgeht. Das zeigt dem Kind, dass jeder Mensch ein Recht auf Gefühle hat und dass diese respektiert werden sollen.
4. Grenzen setzen
Ihr Kind darf seine eigenen Grenzen erkennen und diese auch klar und eindeutig setzen. Ein „Nein“ und eine klare Haltung zeigen anderen die Grenzen und dass diese zu akzeptieren sind. Kinder, die ihre eigenen Grenzen nicht kennen, laufen Gefahr, sich zu viel gefallen zu lassen. Respektieren Sie im Familienleben die persönlichen Grenzen des Einzelnen.
5. Freundschaften stärken
Ermöglichen Sie Ihrem Kind, Freundschaften zu knüpfen und zu pflegen. Ermutigen Sie es zu gemeinsamen Aktivitäten, zu Hobbys und zum Eintritt in einen Verein. Ein stabiles soziales Umfeld, in dem sich Ihr Kind wohlfühlt, bietet nicht nur Entspannung und Abwechslung vom Schulalltag, sondern auch Rückhalt, Sicherheit und Spaß.
6. Respekt vorleben
Achten Sie in Ihrer Familie auf einen respektvollen, gewaltfreien Umgang miteinander und seien Sie auch hier ein Vorbild für Ihr Kind. Gibt es Meinungsverschiedenheiten, lösen Sie diese im Gespräch und ohne Beschimpfungen, Drohungen oder Demütigungen.
7. Selbstwertgefühl stärken
Einem Kind kann man es nicht oft genug sagen, dass es geliebt wird. Sagen und zeigen Sie Ihrem Kind regelmäßig, dass Sie es lieben und dass es wertvoll ist – unabhängig von seinen Leistungen. Nehmen Sie Ihr Kind mit seinen Gefühlen ernst, loben Sie es, erlauben Sie Fehler und lassen Sie es seine Stärken entdecken.
8. Erfolgserlebnisse ermöglichen
Ermutigen Sie Ihr Kind, sich aktiv zu beteiligen, ohne es zu überfordern. Hat Ihr Kind Spaß und Freude an einem Hobby, an einer Sportart etc., fördern Sie dieses Interesse. Was man gerne macht, fällt einem leicht und so können sich schon bald Erfolgserlebnisse einstellen.
9. Wissen über Gewalt und Mobbing weitergeben
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Themen wie Mobbing und Gewalt, vor allem, wenn etwas in Ihrem Umfeld passiert oder Ihr Kind im Internet, im Fernsehen, in der Zeitung damit konfrontiert wird. Zeigen Sie Lösungsstrategien auf, fragen Sie Ihr Kind, wie es reagiert hätte oder welche Reaktion sinnvoll wäre.
10. Hilfeholen ist gut
Für Kinder ist der Unterschied zwischen „petzen“ und „Hilfe holen“ oft nicht ganz eindeutig. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es richtig und wichtig ist, sich Hilfe zu holen, wenn man Schutz sucht oder anderen helfen möchte. Gehen Sie mit dem Kind durch, an welche Erwachsenen es sich wenden kann.
Ist Ihr Kind von Mobbing oder Gewalt betroffen?
Hier finden Sie Hilfe.