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Mobbing in der Schule
Erkennen, ansprechen und als Schule handlungsfähig bleiben
Das Wort Mobbing kommt vom Englischen (to) mob und bedeutet schikanieren oder angreifen. Der Begriff wird oft vorschnell verwendet, zum Beispiel für eine Streiterei, einen Konflikt oder wenn sich jemand gemein verhält. Doch Mobbing ist weit mehr.
Es handelt sich um Mobbing, wenn ALLE vier Merkmale zutreffen:
1. Gewalt
Beim Mobbing wird körperliche und/oder seelische Gewalt ausgeübt, zum Beispiel körperliche Angriffe, Beleidigungen, Bloßstellen, Ausgrenzungen uvm.
2. Machtungleichheit
Es besteht ein Ungleichgewicht der Kräfte zwischen dem Mobber und dem Betroffenen. Einer (oder eine ganze Gruppe) hat mehr Macht und ist dem anderen überlegen – zum Beispiel was die körperliche Stärke, die Größe oder auch die Beliebtheit in der Klasse betrifft.
3. Häufigkeit und Dauer
Mobbing bedeutet, dass die Angriffe nicht einmalig stattfinden, sondern öfter. Eine einzelne Beleidigung ist noch kein Mobbing. Wird jemand immer wieder beleidigt, ist das ein klarer Mobbingfall. Mobbing dauert demnach über einen längeren Zeitraum an.
4. Hilflosigkeit
Jemand, der gemobbt wird, fühlt sich meist hilflos. Er kann sich aus eigener Kraft nicht aus seiner Situation befreien und braucht Hilfe von außen.
WICHTIG: Mobbing bedeutet, dass eine Person oder eine Gruppe wiederholt und über einen längeren Zeitraum bei bestehendem Ungleichgewicht der Kräfte körperliche und/oder seelische Gewalt ausübt.
Liegt kein Mobbing vor, heißt das aber nicht, dass alles in Ordnung ist. Auch ein Streit oder ein Konflikt kann belastend sein – und daraus kann Mobbing entstehen.
Was Mobbing von einem Konflikt unterscheidet
Ein Konflikt entsteht, wenn unterschiedliche Meinungen, Ziele, Gefühle, Wünsche oder Bedürfnisse aufeinanderprallen und die Betroffenen sich nicht einigen können. Überall, wo unterschiedliche Persönlichkeiten Zeit miteinander verbringen, wird es auch unterschiedliche Meinungen geben.
Konflikte lassen sich fair lösen, die Beteiligten agieren auf Augenhöhe und sind bestrebt, eine gemeinsame Lösung zu finden. Bei einem Konflikt geht es um die Sache, um den Inhalt und nicht darum, einer Person zu schaden.
Im Gegensatz zum Konflikt ist Mobbing wiederholt und über einen längeren Zeitraum gegen eine andere, schwächere Person gerichtet, die gezielt schikaniert, gedemütigt, geschädigt und/oder ausgegrenzt wird. Die Zielperson kann sich nicht gegen das Mobbing wehren und ist den Angriffen oft hilflos ausgeliefert.
Durch das Ungleichgewicht der Machtverhältnisse besteht kein Interesse an einer friedlichen Lösung. Mobbing endet meist erst, wenn von außen eingegriffen wird, etwa durch konsequentes Vorgehen der Lehrpersonen.
Konflikt oder Mobbing – Auf einen Blick
| Merkmal | Konflikt | Mobbing |
|---|---|---|
| Anlass / Auslöser | Unterschiedliche Werte, Meinungen, Interessen, Wünsche, Bedürfnisse etc. | Täterbezogene Motive wie Status, Macht, Frustabbau oder Langeweile, oft in Zusammenhang mit Gruppendynamik |
| Häufigkeit und Dauer | Meist einmalig oder von eher kurzer Dauer | Wiederholt und über einen längeren Zeitraum (Wochen oder Monate) |
| Absicht | Es geht um eine bestimmte Sache, Meinungen, Ziele, Interessen. | Gezielte Schädigung, Herabwürdigung, Ausgrenzung einer Person |
| Machtverhältnis zwischen den Beteiligten | Beteiligte sind gleich stark, agieren auf Augenhöhe. | Zwischen den Beteiligten besteht ein deutliches Machtungleichgewicht. |
| Verlauf | Meist offen und direkt | Oft verdeckt durch Verbreiten von Lügen und Gerüchten, durch Ignorieren einer Person oder Sabotage etc. |
| Lösungsmöglichkeit | Konflikte können durch Gespräche und gemeinsame Klärung fair bearbeitet werden | Das Opfer benötigt Hilfe von außen, Mobbing kann vom Opfer allein NICHT gelöst werden. |
Formen von Mobbing
Mobbing kann in unterschiedlichen Formen auftreten, wobei sich diese oft überschneiden.
Hauptformen von Mobbing
Verbales Mobbing
Es wird mit Worten gemobbt: Beleidigungen, Beschimpfungen, Herabwürdigungen, Verbreiten von Gerüchten und Lügen, Verspotten, Auslachen, verletzende Spitznamen, Bloßstellen, Nachäffen etc.
Körperliches Mobbing
Eine Person wird wiederholt und über einen längeren Zeitraum durch körperliche Gewalt verletzt, beispielsweise durch Schläge, Tritte, Festhalten, Schubsen, Anspucken. Auch das Beschädigen, Verstecken, Wegnehmen oder Zerstören von persönlichem Eigentum zählt zum physischen Mobbing.
Soziales Mobbing
Diese Form wird auch als „stummes Mobbing“ bezeichnet. Das Mobbingopfer wird ignoriert, sozial isoliert, zu Aktivitäten nicht eingeladen, ausgeschlossen und ausgegrenzt. Der/Die Täter:in verhindert oder zerstört soziale Bindungen des Opfers.
Cybermobbing
Beim Cybermobbing kommt es zu wiederholten Angriffen über digitale Medien wie das Internet, Messenger-Dienste, social media etc. Jemand wird ausgegrenzt, in Kommentaren und Nachrichten persönlich beleidigt oder peinliche Bilder einer Person werden verbreitet.
Sexuelles Mobbing
Zu dieser Form des Mobbings zählen anzügliche Kommentare über Körper, Aussehen oder Intimleben einer Person, das Verbreiten sexueller Gerüchte, unerwünschtes Zusenden und Verbreiten intimer Fotos oder Videos, unsittliche Berührungen, Gesten bis hin zu wiederholter sexueller Nötigung.
Kurzvideos für den Unterricht
Zwei kurze Erklärvideos als Gesprächseinstieg für Unterricht und Elternabende. Die Videos starten nur per Klick.
Mobbing einfach erklärt
explainity® Erklärvideo
Was Mobbing ausmacht, wie es sich von einem Konflikt unterscheidet und was Betroffene tun können — am Beispiel der Schülerin Elli.
Cyber Bullying
animierter Kurzfilm, UNICEF
Wie Mobbing sich in den digitalen Raum verlagert und warum es dort für Betroffene keinen Feierabend gibt.
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Bildmaterial
Nachgestellte Motive für Präsentationen und Elternabende. Standardmäßig eingeklappt.
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Was Sie tun können
Sprechen Sie betroffene Schülerinnen und Schüler einzeln und ruhig an, dokumentieren Sie Vorfälle und beziehen Sie Schulleitung und Eltern ein. Kollektivstrafen und Bloßstellen verschärfen die Dynamik (§ 47 SchUG).
Unsere Workshops üben genau diese Gesprächs- und Interventionsschritte mit Klassen und Kollegien ein.
