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Warnzeichen
Probleme frühzeitig erkennen
Wird ein Kind Opfer von Gewalt, ist dies häufig nicht sofort erkennbar. Ein Kind versucht oft mehrmals, sich jemandem anzuvertrauen und von seiner Situation zu erzählen, bevor es ernstgenommen wird und Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden. Umso wichtiger ist ein feinfühliger und aufmerksamer Umgang miteinander, um auch indirekte Hilferufe verstehen und richtig einordnen zu können.
Ob ein Kind tatsächlich gefährdet oder von Gewalthandlungen betroffen ist, lässt sich von Außenstehenden in den meisten Fällen schwer einschätzen. Dennoch gibt es Warnsignale und Alarmzeichen, bei denen Erwachsene hellhörig werden sollten – vor allem, wenn diese gemeinsam auftreten.
Warnsignale
- Verletzungen wie blaue Flecken, Kratzer, Prellungen, (wiederholte) Knochenbrüche, Striemen, Brandwunden von Zigaretten etc. ohne plausible Erklärung sowie Verletzungen in Form von Finger- oder Handabdrücken und Gegenständen wie einem Gürtel, einem Stock etc.
- Körperliche Beschwerden: wiederkehrende Bauch- oder Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder starke Erschöpfung ohne medizinische Ursache
- Rückzug aus dem sozialen Umfeld, Vermeiden gemeinsamer Aktivitäten, „einigeln“ im eigenen Zimmer, Wechsel des Freundeskreises
- Vermeidung von Situationen, in denen sich das Kind vor anderen umziehen muss, von Turn- und Schwimmunterricht
- „Verlorene“ oder beschädigte Gegenstände aus dem Besitz des Kindes
- Autoaggression: starkes Nägelbeißen, Anzeichen von Selbstverletzung, Entwicklung von Essstörungen
- Leistungsabfall in der Schule: Konzentrationsprobleme, schlechte schulische Leistungen, Schulangst
- Rückschritt in der Entwicklung: Auftreten sprachlicher Probleme (stottern, lispeln etc.), Bettnässen, Klammern an Bezugspersonen
- Wesensänderung und ungewöhnliche Handlungsweisen: Das Kind ist plötzlich sehr ruhig und in sich zurückgezogen oder aggressiv, weinerlich, schreckhaft oder extrem abweisend usw. Es flüchtet vor der Realität in eine Phantasiewelt, entwickelt Zwänge wie einen Waschzwang oder zeigt starke, panische Angstreaktionen bei bestimmten Personen und/oder Orten.
- Starke Stimmungsschwankungen: schnelle Frustration, heftige Wutausbrüche, Zerstörungswut, geringes Selbstwertgefühl, Hinterfragen der eigenen Existenz, ausgeprägte Passivität und Gleichgültigkeit, Freudlosigkeit bis hin zu Depressionen und Selbstmordgedanken, erhöhte Anfälligkeit für die Entwicklung von Süchten sowie aufmüpfiges, aggressives, kriminelles Verhalten
- Mangelnde Körperpflege und Vernachlässigung: ungepflegtes Äußeres, nicht versorgte Verletzungen, starke Karies, starke Unterernährung, stark verschmutzte, unpassende oder nicht dem Wetter entsprechende Kleidung, fehlende Arbeitsmaterialien, Sportsachen oder fehlende Jause
WICHTIG: Das Auftreten eines Warnzeichens ist kein eindeutiger Hinweis darauf, dass jemand von Gewalt betroffen ist. Dennoch sollte es warnen und ein Signal sein, um achtsam und genau zu beobachten – vor allem, wenn mehrere Punkte wiederholt / über einen längeren Zeitraum zutreffen.
